StaRUG Deutschland — Präventive Restrukturierung ohne Insolvenz (2021+)
StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz): Restrukturierungsplan, Gläubigerbeteiligung, Kosten und Ablauf. Alternative zur Insolvenz in Deutschland seit 2021.

StaRUG Deutschland — Präventive Restrukturierung ohne Insolvenz (2021+)
Sie führen ein Unternehmen in Deutschland und stehen vor finanziellen Schwierigkeiten? Das StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) bietet seit 2021 einen neuen Weg zur präventiven Sanierung ohne Insolvenz.
In diesem Guide erfahren Sie:
- Was StaRUG ist und wie es funktioniert
- Voraussetzungen und Ablauf
- Kosten und Dauer
- Vergleich: StaRUG vs. Insolvenz vs. Schweizer Nachlassstundung
- Praxisbeispiele und häufige Fehler
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Was ist StaRUG?
Definition
StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) ist ein deutsches Gesetz, das seit 1. Januar 2021 Unternehmen ermöglicht, sich präventiv (vor Insolvenz) zu restrukturieren und Schulden zu reduzieren.
Ziel
"Sanierung statt Insolvenz" — Unternehmen sollen frühzeitig saniert werden, bevor Insolvenzpflicht eintritt.Rechtsgrundlage
- StaRUG: Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (seit 01.01.2021)
- EU-Richtlinie 2019/1023: Preventive Restructuring Frameworks
- InsO: Insolvenzordnung (ergänzend)
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StaRUG vs. Insolvenz vs. Schweizer Nachlassstundung
| Kriterium | StaRUG (DE) | Insolvenz (DE) | Nachlassstundung (CH) |
|-----------|-------------|----------------|----------------------|
| Zeitpunkt | Vor Zahlungsunfähigkeit | Nach Zahlungsunfähigkeit | Vor/bei Zahlungsunfähigkeit |
| Öffentlich? | Nein (außer bei Gericht) | Ja (Handelsregister) | Ja (SHAB) |
| Geschäftsführung | Bleibt | Insolvenzverwalter | Bleibt (mit Sachwalter) |
| Gläubigerzwang | Ja (Cross-Class Cram-Down) | Ja | Ja (Mehrheit bindet) |
| Mindesquote | Keine | Keine | Keine (0% möglich) |
| Dauer | 3-6 Monate | 12-36 Monate | 6-12 Monate |
| Kosten | EUR 20'000-100'000 | EUR 10'000-50'000 | CHF 10'000-30'000 |
| Seit | 2021 | 1999 (Reform) | 1889 |
Fazit: StaRUG ist diskret (nicht öffentlich) und schnell (3-6 Monate) — ideal für präventive Sanierung.---
Voraussetzungen für StaRUG
1. Drohende Zahlungsunfähigkeit
Definition (§ 18 Abs. 2 InsO):Zahlungsunfähigkeit droht, wenn der Schuldner voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, seine bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit zu erfüllen.Zeitraum: Innerhalb der nächsten 24 Monate Beispiel:
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Heute: 01.04.2026
Liquiditätsplanung zeigt:
- September 2026: Liquidität negativ (EUR -50'000)
- Dezember 2026: Fällige Kredite nicht bezahlbar (EUR 200'000)
→ DROHENDE Zahlungsunfähigkeit (innerhalb 24 Monate)
→ StaRUG MÖGLICH
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2. KEINE eingetretene Zahlungsunfähigkeit
Wichtig: Bei bereits eingetretener Zahlungsunfähigkeit besteht Insolvenzpflicht (§ 15a InsO) — StaRUG ist dann nicht mehr möglich!
Zahlungsunfähigkeit liegt vor bei:
- Mehr als 10% der fälligen Verbindlichkeiten unbezahlt
- Zahlungsstockung länger als 3 Wochen
- Keine Zahlung trotz Mahnungen
3. Sanierungsfähigkeit
Das Unternehmen muss sanierungsfähig sein:
- Geschäftsmodell tragfähig
- Positive Zukunftsprognose
- Umsetzbare Sanierungsmaßnahmen
Nicht sanierungsfähig:
- Veraltetes Geschäftsmodell ohne Anpassungspotenzial
- Markt ist weggebrochen (z.B. COVID-19 Lockdown für Event-Branche)
- Management nicht leistungsfähig
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Ablauf StaRUG-Verfahren
Phase 1: Vorbereitung (Woche 1-4)
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IST-ANALYSE:
├─ Liquiditätsstatus
├─ Schuldenstruktur
├─ Gläubigerliste
└─ Sanierungsbedarf
RESTRUKTURIERUNGSPLAN ERSTELLEN:
├─ Maßnahmen definieren (Kosten, Umsatz, Schulden)
├─ Liquiditätsplanung (24 Monate)
├─ Gläubigerbefriedigung (Quote berechnen)
└─ Gutachten einholen (Sanierungsfähigkeit)
RESTRUKTURIERUNGSBEAUFTRAGTEN BESTELLEN (optional):
├─ Unterstützt bei Planerstellung
├─ Vermittelt mit Gläubigern
└─ Bereitet gerichtliche Bestätigung vor
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Phase 2: Gläubigerverhandlung (Woche 5-12)
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GLÄUBIGER INFORMIEREN:
├─ Restrukturierungsplan vorstellen
├─ Abstimmungsgruppen bilden (z.B. Banken, Lieferanten, Steuern)
└─ Verhandlungen führen
ABSTIMMUNG:
├─ Jede Gruppe stimmt separat ab
├─ Erforderlich: 75% Zustimmung (nach Summe)
└─ Cross-Class Cram-Down: Wenn 75% aller Gläubiger zustimmen,
sind auch ablehnende Gruppen gebunden
ZUSTIMMUNG EINHOLEN:
├─ Schriftliche Zustimmungen sammeln
├─ Frist setzen (typisch 2-4 Wochen)
└─ Dokumentation für Gericht
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Phase 3: Gerichtliche Bestätigung (Woche 13-18)
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ANTRAG BEIM RESTRUKTURIERUNGSGERICHT:
├─ Restrukturierungsplan einreichen
├─ Gläubigerzustimmungen vorlegen
├─ Gutachten beifügen
└─ Gerichtsgebühren zahlen (EUR 1'000-5'000)
GERICHTLICHE PRÜFUNG:
├─ Sanierungsfähigkeit
├─ Gläubigerschutz (Besserstellung vs. Insolvenz)
├─ Verfahrensvorschriften eingehalten
└─ Minderheitenschutz gewahrt
BESTÄTIGUNG:
├─ Gericht bestätigt Restrukturierungsplan
├─ Plan wird verbindlich für alle Gläubiger
└─ Umsetzung beginnt
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Phase 4: Umsetzung (Monat 6-36)
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PLAN UMSETZEN:
├─ Zahlungen nach Plan
├─ Sanierungsmaßnahmen umsetzen (Kosten senken, Umsatz steigern)
├─ Monitoring (Quartalsbericht)
└─ Restrukturierungsbeauftragter überwacht (wenn bestellt)
ABSCHLUSS:
├─ Nach Vollzug: Plan erfüllt
├─ Unternehmen saniert
└─ Verfahren geschlossen
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Dauer: 3-6 Monate (Planung bis Bestätigung) + 24-36 Monate (Umsetzung)
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Kosten StaRUG-Verfahren
| Position | Betrag (EUR) | Bemerkung |
|----------|--------------|-----------|
| Restrukturierungsberater | 20'000-60'000 | Planerstellung, Gläubigerverhandlung |
| Rechtsanwalt | 10'000-30'000 | Rechtliche Beratung, Gerichtsvertretung |
| Sachverständiger | 5'000-15'000 | Gutachten Sanierungsfähigkeit |
| Restrukturierungsbeauftragter | 10'000-30'000 | Wenn vom Gericht bestellt (optional) |
| Gerichtsgebühren | 1'000-5'000 | Je nach Streitwert |
| TOTAL | 46'000-140'000 | Abhängig von Komplexität |
Beispiel (KMU mit EUR 2 Mio Schulden):
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Restrukturierungsberater: EUR 35'000
Rechtsanwalt: EUR 15'000
Sachverständiger: EUR 8'000
Gericht: EUR 3'000
TOTAL: EUR 61'000
`
Vergleich:
- Insolvenzverfahren: EUR 10'000-50'000 (aus Masse bezahlt)
- StaRUG: EUR 46'000-140'000 (vom Unternehmen bezahlt)
Fazit: StaRUG teurer als Insolvenz, aber Unternehmen wird erhalten (Wert > Kosten).
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Gläubigerbeteiligung und Cram-Down
Abstimmungsgruppen
Gläubiger werden in Gruppen eingeteilt:
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GRUPPE 1: BANKEN (gesicherte Forderungen)
├─ Hypothek EUR 1'000'000
├─ Betriebsmittelkredit EUR 500'000
└─ TOTAL: EUR 1'500'000
GRUPPE 2: LIEFERANTEN (ungesicherte Forderungen)
├─ Lieferant A: EUR 80'000
├─ Lieferant B: EUR 120'000
├─ Lieferant C: EUR 50'000
└─ TOTAL: EUR 250'000
GRUPPE 3: STEUERN
├─ Finanzamt: EUR 150'000
├─ Sozialversicherung: EUR 50'000
└─ TOTAL: EUR 200'000
SUMME FORDERUNGEN: EUR 1'950'000
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Abstimmung
Erforderlich pro Gruppe: 75% Zustimmung (nach Summe der Forderungen)
Beispiel:
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GRUPPE 2 (Lieferanten):
Total: EUR 250'000
Zustimmungen:
- Lieferant A: EUR 80'000 (zustimmt)
- Lieferant B: EUR 120'000 (zustimmt)
- Lieferant C: EUR 50'000 (lehnt ab)
Zustimmung: EUR 200'000 / EUR 250'000 = 80%
→ GRUPPE 2 STIMMT ZU (>75%)
→ Lieferant C ist TROTZDEM gebunden!
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Cross-Class Cram-Down
Wenn eine Gruppe ablehnt, aber 75% aller Gläubiger (über alle Gruppen) zustimmen, kann das Gericht den Plan trotzdem bestätigen.
Voraussetzung:
- Ablehnende Gruppe wird nicht schlechter gestellt als in Insolvenz
- Mindestens eine Gruppe stimmt zu
Beispiel:
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GRUPPE 1 (Banken): 80% Zustimmung (EUR 1'200'000 von EUR 1'500'000)
GRUPPE 2 (Lieferanten): 80% Zustimmung (EUR 200'000 von EUR 250'000)
GRUPPE 3 (Steuern): 40% Zustimmung (EUR 80'000 von EUR 200'000) ❌
GESAMT: EUR 1'480'000 / EUR 1'950'000 = 76%
→ Cross-Class Cram-Down MÖGLICH
→ GRUPPE 3 wird trotzdem gebunden (wenn Gericht Besserstellung vs. Insolvenz bestätigt)
`
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Minderheitenschutz
Besserstellungsprinzip
Ablehnende Gläubiger dürfen nicht schlechter gestellt werden als in der Insolvenz.
Beispiel:
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INSOLVENZ-SZENARIO:
Masse: EUR 500'000
Masseschulden: EUR 100'000
Netto-Masse: EUR 400'000
Forderungen: EUR 2'000'000
Dividende: 20%
→ Lieferant C (EUR 50'000 Forderung) erhält EUR 10'000
STARUG-PLAN:
Angebot an Lieferant C: EUR 12'000 (24%)
→ BESSERSTELLUNG: EUR 12'000 > EUR 10'000
→ Minderheitenschutz gewahrt
→ Gericht bestätigt Plan
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Praxisbeispiel: StaRUG für Mittelständler
Ausgangslage
Unternehmen: Maschinenbau GmbH, 50 Mitarbeiter
Umsatz: EUR 8 Mio/Jahr (rückläufig -15%)
Schulden: EUR 3 Mio (Banken EUR 2 Mio, Lieferanten EUR 700'000, Steuern EUR 300'000)
Liquidität: EUR 150'000 (kritisch, reicht 2 Monate)
Problem: Großkunde insolvent (EUR 500'000 Forderungsausfall)
Restrukturierungsplan
PHASE 1: Kostensenkung
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Maßnahmen:
- Personalabbau: 10 Mitarbeiter (Sozialplan EUR 150'000)
- Miete: Umzug in kleineres Objekt (Ersparnis EUR 80'000/Jahr)
- Verträge kündigen: Leasing-Fahrzeuge (Ersparnis EUR 40'000/Jahr)
TOTAL EINSPARUNG: EUR 120'000/Jahr
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PHASE 2: Umsatzsteigerung
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Maßnahmen:
- Neue Kundenakquise (Online-Marketing EUR 50'000)
- Produktdiversifikation (Investition EUR 100'000)
- Export (Expansion nach Österreich, Schweiz)
ERWARTETER MEHRUMSATZ: EUR 1 Mio/Jahr (ab Jahr 2)
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PHASE 3: Schuldenreduktion
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ANGEBOT AN GLÄUBIGER:
Banken (EUR 2 Mio):
→ 80% Quote = EUR 1'600'000
→ Ratenzahlung 5 Jahre, 2% Zins
→ Verzicht: EUR 400'000
Lieferanten (EUR 700'000):
→ 50% Quote = EUR 350'000
→ Ratenzahlung 3 Jahre, 0% Zins
→ Verzicht: EUR 350'000
Steuern (EUR 300'000):
→ 70% Quote = EUR 210'000
→ Ratenzahlung 5 Jahre
→ Verzicht: EUR 90'000
TOTAL VERZICHT: EUR 840'000 (28%)
RESTSCHULD: EUR 2'160'000
``
Ergebnis
Abstimmung:- Banken: 100% Zustimmung
- Lieferanten: 85% Zustimmung
- Finanzamt: Zustimmung (individuelle Verhandlung)
- Umsatz: EUR 7,5 Mio (-6% statt -15%)
- Liquidität: EUR 300'000 (stabil)
- Schulden: EUR 2'160'000 (planmäßig abbezahlt)
- Mitarbeiter: 40 (Sozialplan abgewickelt)
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Häufige Fehler bei StaRUG
❌ Fehler 1: Zu spät starten
Problem: Erst bei Zahlungsunfähigkeit StaRUG versuchen Folge: Insolvenzpflicht — StaRUG nicht mehr möglich Lösung: Frühwarnsystem installieren (Liquiditätsplanung 13 Wochen)❌ Fehler 2: Unrealistischer Plan
Problem: Sanierungsplan mit zu optimistischen Annahmen (Umsatz +50% in 6 Monaten) Folge: Gericht lehnt Plan ab (nicht sanierungsfähig) Lösung: Konservative Planung, Gutachten einholen❌ Fehler 3: Gläubiger nicht einbinden
Problem: Plan wird ohne Gläubiger erstellt, dann "vor die Füße geworfen" Folge: Gläubiger lehnen ab (< 75%) Lösung: Frühzeitig mit Hauptgläubigern (Bank, Finanzamt) sprechen❌ Fehler 4: Zu geringe Quote
Problem: Angebot 15% Quote (Insolvenz-Dividende wäre 20%) Folge: Minderheitenschutz verletzt, Gericht lehnt ab Lösung: Quote muss mindestens Insolvenz-Dividende entsprechen---
Checkliste: StaRUG starten
- [ ] Drohende Zahlungsunfähigkeit prüfen (innerhalb 24 Monate?)
- [ ] KEINE eingetretene Zahlungsunfähigkeit (sonst Insolvenzpflicht!)
- [ ] Sanierungsfähigkeit bewerten (objektives Gutachten)
- [ ] Restrukturierungsberater engagieren (EUR 150-300/h)
- [ ] Restrukturierungsplan erstellen (Ist, Maßnahmen, Liquidität, Quote)
- [ ] Gläubigerliste mit Gruppen (Banken, Lieferanten, Steuern)
- [ ] Insolvenz-Dividende berechnen (für Minderheitenschutz)
- [ ] Hauptgläubiger kontaktieren (Bank, Finanzamt)
- [ ] Abstimmung durchführen (75% pro Gruppe erforderlich)
- [ ] Gerichtliche Bestätigung beantragen
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Zusammenfassung
StaRUG ermöglicht seit 2021 in Deutschland eine präventive Sanierung ohne Insolvenz — diskret, schnell, mit Gläubigerzwang. Die 3 wichtigsten Punkte:---
Nächste Schritte
Wenn Sie StaRUG prüfen möchten:
Beratungsstellen:
- IHK (Industrie- und Handelskammer): Kostenlose Erstberatung
- DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)
- Insolvenzgerichte: Liste zertifizierter Restrukturierungsberater
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⚖️ RECHTLICHER HINWEIS: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. StaRUG-Verfahren sind komplex und erfordern qualifizierte Beratung durch Restrukturierungsberater und Rechtsanwälte. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit konsultieren Sie bitte unverzüglich einen Fachmann. Die Informationen beziehen sich auf deutsches Recht und sind für Schweizer Unternehmen nicht anwendbar.---
Quellen:- Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG)
- EU-Richtlinie 2019/1023 (Preventive Restructuring Frameworks)
- Deutsche Insolvenzordnung (InsO)
- Praxis deutscher Restrukturierungsgerichte
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Autor: André Beherzig, Insolvency Prevention Specialist Erstellt: 24.03.2026 | Geprüft: 24.03.2026Ähnliche Artikel

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Häufig gestellte Fragen
- Was ist StaRUG?
- StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) ist ein deutsches Gesetz seit 2021, das Unternehmen eine präventive Restrukturierung ohne Insolvenzverfahren ermöglicht. Ziel: Sanierung statt Insolvenz.
- Wann kann ich StaRUG anwenden?
- StaRUG kann angewendet werden bei drohender Zahlungsunfähigkeit (innerhalb 24 Monate) oder drohender Überschuldung. Wichtig: NICHT bei bereits eingetretener Zahlungsunfähigkeit — dann Insolvenzpflicht!
- Was kostet ein StaRUG-Verfahren?
- Kosten variieren stark: EUR 20.000-100.000+ (Restrukturierungsberater, Anwalt, Sachverständiger, Gericht). Bei kleinen Unternehmen (<EUR 500.000 Schulden) oft EUR 30.000-50.000.
- Ist StaRUG öffentlich?
- Nein, StaRUG-Verfahren sind grundsätzlich nicht öffentlich (kein Handelsregister-Eintrag). Nur bei gerichtlicher Bestätigung wird das Verfahren öffentlich. Vorteil: Diskretion.
- Was ist der Unterschied zu Insolvenz?
- StaRUG: Präventiv (vor Zahlungsunfähigkeit), nicht öffentlich, Geschäftsführung bleibt, Gläubiger können überstimmt werden. Insolvenz: Nach Zahlungsunfähigkeit, öffentlich, Insolvenzverwalter übernimmt.
- Wie lange dauert ein StaRUG-Verfahren?
- Typischerweise 3-6 Monate von der Planung bis zur gerichtlichen Bestätigung. Deutlich schneller als Insolvenzverfahren (12-36 Monate).
- Brauche ich einen Restrukturierungsbeauftragten?
- Nicht zwingend, aber stark empfohlen. Der Restrukturierungsbeauftragte unterstützt bei der Planerstellung, Gläubigerverhandlungen und gerichtlichen Bestätigung. Kosten: EUR 150-300/h.
- Können Gläubiger überstimmt werden?
- Ja, das ist der Hauptvorteil! Wenn 75% der Gläubiger (nach Summe) zustimmen, sind auch ablehnende Gläubiger gebunden (Cross-Class Cram-Down). Minderheitenschutz: Besserstellung vs. Insolvenz.
- Was ist ein Restrukturierungsplan?
- Ein Restrukturierungsplan ist ein detailliertes Konzept zur Sanierung mit: Ist-Analyse, Maßnahmen (Kostensenkung, Umsatzsteigerung, Schuldenreduktion), Liquiditätsplanung, Gläubigerbefriedigung (Quote). Muss gerichtlich bestätigt werden.
- StaRUG vs. Schweizer Nachlassstundung?
- Ähnlich: Beide ermöglichen präventive Sanierung mit Gläubigerbeteiligung. Unterschied: StaRUG nicht öffentlich (außer bei Gericht), Nachlassstundung immer öffentlich (SHAB). StaRUG seit 2021, Nachlassstundung seit 1889.
- Kann ich während StaRUG weitermachen?
- Ja, das Unternehmen wird normal weitergeführt (Geschäftsführung bleibt). Bei Bedarf kann ein Restrukturierungsbeauftragter bestellt werden (überwacht nur, übernimmt nicht).