BEFUND · AKTE GRP-A · CH-ZG · 2025
CHF 64'000 verhandelt.
In 14 Tagen, ohne Konkurs.
Wie Gryps AG (IT-Dienstleistungen, 12 Mitarbeiter) mit strukturierter Gläubigerverhandlung CHF 29'440 einsparte und den Konkurs abwendete.
Die Gryps AG, ein IT-Dienstleister mit 12 Mitarbeitern, stand vor dem Konkurs. Ein Softwarelizenz-Gläubiger hatte ein Konkursbegehren über CHF 48'000 gestellt. Durch strukturierte Verhandlungen — basierend auf der 3-Szenario-Methode und dem Nachweis einer Konkursquote von nur 3-5% — wurde ein Vergleich bei 54% erzielt. Ergebnis: CHF 29'440 Ersparnis und Erhalt aller 12 Arbeitsplätze.
Ausgangslage: 15 Tage bis zur Konkursverhandlung
Unternehmensprofil
- Branche:
- IT-Dienstleistungen
- Mitarbeiter:
- 12
- Rechtsform:
- AG
- Gründung:
- 2018
Krisensituation
- Gesamtschulden:
- CHF 64'000
- Gläubiger:
- 3
- Konkursbegehren:
- CHF 48'000
- Verhandlungstermin:
- 15 Tage
Die Liquiditätskrise entstand durch einen grossen Projektausfall. Ein Hauptkunde hatte sein Projekt kurzfristig abgebrochen, was zu einem Umsatzeinbruch von 40% führte. Die monatlichen Fixkosten (Löhne, Miete, Lizenzen) liefen weiter, während neue Aufträge fehlten.
Gläubigerstruktur: 3 Gläubiger, 1 Hauptgläubiger
| Gläubiger | Forderung | Anteil | Klasse |
|---|---|---|---|
| Softwarelizenz AG (Hauptgläubiger) | CHF 48'000 | 75% | Klasse 3 |
| IT-Hardware GmbH | CHF 11'000 | 17% | Klasse 3 |
| Büromaterial Meyer | CHF 5'000 | 8% | Klasse 3 |
| Total | CHF 64'000 | 100% |
Vorteil: Keine Lohnforderungen (Klasse 1) offen — alle Löhne waren bezahlt. Dies vereinfachte die Verhandlung erheblich und eliminierte das Strafbarkeitsrisiko nach Art. 163/164 StGB.
3-Szenario-Analyse: BEST, REAL, WORST
Vor Beginn der Verhandlungen wurde eine 3-Szenario-Analyse erstellt. Sie definierte den Verhandlungskorridor und gab klare Entscheidungsgrenzen vor.
Konkursquotenberechnung: Bei einer verwertbaren Masse von ca. CHF 15'000 (Büroausstattung, Debitoren) und Verfahrenskosten von CHF 8'000-12'000 blieb für Klasse-3-Gläubiger eine Quote von 3-5%. Dies war das stärkste Argument.
14-Tage-Timeline: Vom Konkursbegehren zum Vergleich
- ✓Konkursbegehren erhalten (Hauptgläubiger)
- ✓Konkursverhandlung angesetzt: 15 Tage
- ✓Sofort-Analyse der Vermögenslage
- ✓Identifikation aller 3 Gläubiger
- ✓Vollständige Vermögensaufstellung
- ✓Konkursquotenberechnung: 3-5%
- ✓3-Szenario-Analyse (BEST/REAL/WORST)
- ✓Zielquote definiert: 50-60%
- ✓Vergleichsangebote für alle 3 Gläubiger
- ✓Hauptgläubiger: 52% Sofortzahlung
- ✓Nebengläubiger 1: 55% in 2 Raten
- ✓Nebengläubiger 2: 60% Sofortzahlung
- ✓Angebote per Einschreiben versandt
- ✓Telefonische Nachfassung Tag 7
- ✓Hauptgläubiger: Gegenangebot 65%
- ✓Einigung auf 54% mit Bankgarantie
- ✓Schriftliche Vereinbarungen
- ✓Bankgarantie organisiert
- ✓Zahlungen vorbereitet
- ✓Rückzugserklärung Konkursbegehren
- ✓Konkursbegehren zurückgezogen
- ✓CHF 34'560 überwiesen
- ✓CHF 29'440 eingespart
- ✓Betrieb läuft weiter
Verhandlungsergebnis: CHF 29'440 eingespart
| Gläubiger | Forderung | Angebot | Einigung | Zahlung | Ersparnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Softwarelizenz AG (Hauptgläubiger) | CHF 48'000 | 52% | 54% | CHF 25'920 | CHF 22'080 |
| IT-Hardware GmbH | CHF 11'000 | 55% | 55% | CHF 6'050 | CHF 4'950 |
| Büromaterial Meyer | CHF 5'000 | 60% | 52% | CHF 2'590 | CHF 2'410 |
| Total | CHF 64'000 | 54% | CHF 34'560 | CHF 29'440 |
Vorteile Schuldner
- ✓ CHF 29'440 Schuldenreduktion (46%)
- ✓ Betrieb läuft weiter
- ✓ 12 Arbeitsplätze erhalten
- ✓ Keine Eintragung im Konkursregister
- ✓ Geschäftsbeziehungen intakt
Vorteile Gläubiger
- ✓ 54% statt 3-5% im Konkurs
- ✓ Zahlung in 14 Tagen statt 12-24 Monaten
- ✓ Bankgarantie als Sicherheit
- ✓ Kein Verfahrensaufwand
- ✓ Potential für zukünftige Geschäfte
5 Erkenntnisse aus dieser Verhandlung
Schnelles Handeln entscheidend
Die ersten 48 Stunden nach Erhalt des Konkursbegehrens waren kritisch. Sofortige Analyse ermöglichte strategische Planung statt Panikreaktion.
Prinzip: VorbereitungKonkursquote als Verhandlungsbasis
Die berechnete Konkursquote von 3-5% war das stärkste Argument. Jedes Angebot über 5% war für Gläubiger attraktiver als der Konkurs.
Prinzip: BATNAHauptgläubiger zuerst
Mit dem Hauptgläubiger (75% der Schulden) wurde zuerst verhandelt. Seine Zustimmung setzte das Momentum für die kleineren Gläubiger.
Prinzip: ReihenfolgeBankgarantie als Vertrauenssignal
Die angebotene Bankgarantie überzeugte den skeptischen Hauptgläubiger. Sicherheit schlug die leicht höhere Quote ohne Garantie.
Prinzip: SicherheitProfessionelle Dokumentation
Alle Vergleichsangebote waren professionell gestaltet mit Vermögensanalyse, Konkurs-Vergleich und klaren Fristen. Dies signalisierte Ernsthaftigkeit.
Prinzip: ProfessionalitätWas wäre bei einem Konkurs passiert?
| Kriterium | Konkurs | Vergleich |
|---|---|---|
| Gläubigerquote | 3-5% | 54% |
| Zeitrahmen | 12-24 Monate | 14 Tage |
| Unternehmen | Liquidiert | Weitergeführt |
| Arbeitsplätze | 0 (alle verloren) | 12 erhalten |
| Gläubigeraufwand | Forderungsanmeldung, Wartezeit | 1 Unterschrift |
| Öffentlichkeit | SHAB-Publikation | Vertraulich |
Ähnliche Situation? Wir helfen.
Die Methoden aus dieser Fallstudie sind kein Einzelfall. Mit strukturierter Vorbereitung und professioneller Verhandlungsführung sind Vergleichsquoten von 40-60% regelmässig erreichbar.
Häufige Fragen zu dieser Fallstudie
Wie hoch war die finale Vergleichsquote bei Gryps AG?▼
Wie lange dauerte der gesamte Vergleichsprozess?▼
Warum akzeptierten die Gläubiger den Vergleich?▼
Welche Rolle spielte die Bankgarantie?▼
Ist dieses Ergebnis typisch oder ein Ausnahmefall?▼
Was wäre bei einem Konkurs passiert?▼
Wie wurde die 3-Szenario-Analyse erstellt?▼
Kann ich diese Methode selbst anwenden?▼
Weiterführende Ressourcen
Hinweis zur Fallstudie
Diese Fallstudie basiert auf einem realen Fall, wurde jedoch anonymisiert und leicht modifiziert, um die Vertraulichkeit zu wahren. Unternehmensname, genaue Zahlen und Branchendetails wurden geändert. Die dargestellten Methoden und Ergebnisse sind repräsentativ für strukturierte Gläubigerverhandlungen. Jeder Fall ist individuell — Ergebnisse können variieren.