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RatgeberDeutschland

Eigenverwaltung in der Insolvenz: Voraussetzungen, Ablauf und Erfolgsfaktoren

Alles zur Eigenverwaltung nach §§ 270ff InsO: Wann ist sie möglich, wie läuft sie ab, und wie bereiten Sie sich optimal vor? Praxisleitfaden für Geschäftsführer.

André Beherzig
14 Min. Lesezeit

Eigenverwaltung in der Insolvenz: Voraussetzungen, Ablauf und Erfolgsfaktoren

Die Eigenverwaltung ermöglicht es dem Schuldner, sein Unternehmen auch in der Insolvenz selbst zu führen – unter Aufsicht eines Sachwalters, aber ohne Fremdverwalter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konzept: Geschäftsführung behält Kontrolle im Insolvenzverfahren
  • Aufsicht: Sachwalter statt Insolvenzverwalter
  • Voraussetzung: Keine Nachteile für Gläubiger zu erwarten
  • Ziel: Typischerweise Insolvenzplan mit Sanierung
  • Variante: Schutzschirmverfahren für 3 Monate Vorbereitung

---

Was ist Eigenverwaltung?

Bei der Eigenverwaltung nach §§ 270ff InsO führt der Schuldner (die Geschäftsführung) das Unternehmen während des Insolvenzverfahrens selbst weiter. Es gibt keinen Insolvenzverwalter, der die Kontrolle übernimmt.

Vergleich der Verfahrensarten

| Merkmal | Regelinsolvenz | Eigenverwaltung | Schutzschirm |

|---------|----------------|-----------------|--------------|

| Unternehmensführung | Insolvenzverwalter | Geschäftsführung | Geschäftsführung |

| Aufsicht | Insolvenzverwalter | Sachwalter | Sachwalter |

| Masseverwaltung | Insolvenzverwalter | Geschäftsführung | Geschäftsführung |

| Verfügungsbefugnis | Verwalter | Schuldner | Schuldner |

| Arbeitgeberstellung | Verwalter | Schuldner | Schuldner |

| Dauer | 12-24 Monate | 6-12 Monate | 3 Monate + Verfahren |

| Reputation | Stark negativ | Weniger negativ | Am geringsten |

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Voraussetzungen für die Eigenverwaltung

Positive Voraussetzungen

Das Gericht ordnet Eigenverwaltung an, wenn:

  • Keine Nachteile für Gläubiger zu erwarten sind
  • Antrag des Schuldners vorliegt
  • Kein Gläubigerantrag auf Fremdverwaltung (oder unbegründet)
  • Negative Voraussetzungen (Ausschlussgründe)

    Eigenverwaltung wird nicht angeordnet bei:

    • Nachteilen für Gläubiger (z.B. bei Vermögensverschleuderung)
    • Unzuverlässigkeit der Geschäftsführung (z.B. frühere Pflichtverletzungen)
    • Fehlender Sanierungsperspektive (reine Liquidation)
    • Gläubigerwiderstand (wenn Gläubiger Fremdverwaltung fordern)

    Prüfungsschema des Gerichts

    ``

    Prüfung Eigenverwaltung:

  • Formale Voraussetzungen
  • ├── Antrag des Schuldners ✓

    ├── Insolvenzgrund gegeben ✓

    └── Keine Massearmut ✓

  • Materielle Voraussetzungen
  • ├── Keine Nachteile für Gläubiger?

    │ ├── Ordnungsgemäße Buchhaltung?

    │ ├── Keine Vermögensverschiebungen?

    │ └── Transparente Kommunikation?

    │

    ├── Gläubigerinteressen gewahrt?

    │ ├── Kein Gläubigerwiderstand?

    │ ├── Aussicht auf bessere Quote?

    │ └── Sanierungskonzept vorhanden?

    │

    └── Geschäftsführung geeignet?

    ├── Keine früheren Pflichtverletzungen?

    ├── Kompetenz für Sanierung?

    └── Kooperationsbereitschaft?

  • Entscheidung
  • ├── Alle Voraussetzungen erfüllt → Eigenverwaltung

    └── Mindestens eine fehlt → Regelinsolvenz

    `

    ---

    Der Antrag auf Eigenverwaltung

    Erforderliche Unterlagen

    | Dokument | Inhalt |

    |----------|--------|

    | Eigenverwaltungsantrag | Formell: Antrag nach § 270 InsO |

    | Insolvenzantrag | Insolvenzgrund, Gläubigerliste |

    | Eigenverwaltungsplanung | Konzept für die Eigenverwaltung |

    | Finanzplan | 6-12 Monate Liquiditätsplanung |

    | Sanierungskonzept | Maßnahmen, Insolvenzplan-Entwurf |

    | Erklärungen | Vollständigkeit, keine Vermögensverschiebungen |

    Die Eigenverwaltungsplanung nach § 270a InsO

    Die Eigenverwaltungsplanung muss enthalten:

  • Ziele der Eigenverwaltung
  • - Sanierung durch Insolvenzplan?

    - Übertragende Sanierung?

    - Fortführung und Verkauf?

  • Maßnahmen zur Zielerreichung
  • - Operative Maßnahmen

    - Personalmaßnahmen

    - Finanzierungsmaßnahmen

  • Darstellung der Vermögenslage
  • - Aktuelle Bilanz

    - Liquiditätsstatus

    - Sicherheitenübersicht

  • Finanzplan
  • - Einnahmen/Ausgaben-Planung

    - Liquiditätsprognose

    - Massekosten-Planung

  • Vergleich mit Regelinsolvenz
  • - Warum ist Eigenverwaltung besser?

    - Vorteile für Gläubiger?

    ---

    Der Sachwalter

    Rolle und Aufgaben

    Der Sachwalter ist der "Aufpasser" in der Eigenverwaltung:

    | Aufgabe | Beschreibung |

    |---------|--------------|

    | Überwachung | Kontrolle der Geschäftsführung |

    | Kassenführung | Prüfung der Zahlungsflüsse |

    | Berichterstattung | Berichte an Gericht und Gläubiger |

    | Zustimmung | Bei bestimmten Rechtshandlungen |

    | Anfechtung | Prüfung und Geltendmachung |

    | Gläubigervertretung | Interessenwahrung der Gläubiger |

    Zustimmungspflichtige Rechtsgeschäfte

    Der Sachwalter muss zustimmen bei:

    • Begründung von Masseverbindlichkeiten
    • Veräußerung von Betriebsvermögen
    • Aufnahme von Darlehen
    • Vergleichen mit Gläubigern
    • Beendigung von Arbeitsverhältnissen (bei größerem Umfang)

    Vergütung des Sachwalters

    `

    Sachwalter-Vergütung = 60% der Regelvergütung eines Insolvenzverwalters

    = 60% × (40% des Wertes der Insolvenzmasse)

    = 24% der Masse (bei kleinen Verfahren mehr)

    ` Beispiel:
    • Insolvenzmasse: EUR 500'000
    • Regelvergütung Verwalter: EUR 50'000 (Tabelle)
    • Sachwalter-Vergütung: EUR 30'000 (60%)

    ---

    Ablauf der Eigenverwaltung

    Phase 1: Antragstellung

    Woche 1-2:
  • Insolvenzgrund feststellen
  • Eigenverwaltungsplanung erstellen
  • Sanierungskonzept skizzieren
  • Unterlagen vorbereiten
  • Antrag bei Gericht einreichen
  • Phase 2: Vorläufige Eigenverwaltung

    Woche 3-6:
  • Gericht prüft Antrag
  • Vorläufiger Sachwalter wird bestellt
  • Geschäftsbetrieb läuft weiter
  • Sanierungsmaßnahmen beginnen
  • Kommunikation mit Gläubigern
  • Phase 3: Eröffnung

    Woche 7-8:
  • Eröffnungsbeschluss
  • Eigenverwaltung wird angeordnet
  • Sachwalter wird bestellt
  • Berichtstermin wird angesetzt
  • Phase 4: Sanierung

    Monat 3-9:
  • Insolvenzplan wird ausgearbeitet
  • Gläubigerkommunikation
  • Operative Sanierung
  • Verhandlungen mit Stakeholdern
  • Phase 5: Abstimmung und Bestätigung

    Monat 9-12:
  • Erörterungs- und Abstimmungstermin
  • Gläubiger stimmen über Plan ab
  • Gerichtliche Bestätigung
  • Aufhebung des Verfahrens
  • ---

    Das Schutzschirmverfahren

    Was ist das Schutzschirmverfahren?

    Das Schutzschirmverfahren nach § 270d InsO ist eine besondere Form der Eigenverwaltung, die dem Schuldner 3 Monate Zeit gibt, einen Insolvenzplan zu erstellen.

    Voraussetzungen

  • Drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung (nicht bereits Zahlungsunfähigkeit!)
  • Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos
  • Bescheinigung eines erfahrenen Beraters
  • Die Bescheinigung

    Ein Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt muss bescheinigen:

    "Nach meiner Prüfung ist die angestrebte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos."
    Achtung: Bei bereits eingetretener Zahlungsunfähigkeit ist das Schutzschirmverfahren nicht mehr möglich – nur noch reguläre Eigenverwaltung.

    Vorteile des Schutzschirms

    | Vorteil | Beschreibung |

    |---------|--------------|

    | Zeitgewinn | 3 Monate zur Planvorbereitung |

    | Kein Verwalter | Sofort Eigenverwaltung, kein vorläufiger Verwalter |

    | Sachwalter-Wahl | Schuldner kann Sachwalter vorschlagen |

    | Stabilisierung | Vollstreckungsstopp ab Antrag |

    | Verhandlungsposition | Stärkere Position gegenüber Gläubigern |

    ---

    Erfolgsfaktoren für die Eigenverwaltung

    Faktor 1: Frühzeitige Vorbereitung

    `

    Je früher die Vorbereitung beginnt, desto:

    • Besser die Verhandlungsposition
    • Größer die Optionen
    • Höher die Erfolgschance
    • Niedriger die Kosten
    ` Empfohlener Vorlauf: 4-8 Wochen vor Antragstellung

    Faktor 2: Professionelle Beratung

    | Berater | Rolle |

    |---------|-------|

    | Sanierungsberater | Konzept, Verhandlungen, Projektsteuerung |

    | Rechtsanwalt | Insolvenzrecht, Vertragsrecht |

    | Steuerberater/WP | Zahlen, Bescheinigung |

    | Kommunikationsberater | Stakeholder-Kommunikation (optional) |

    Faktor 3: Gläubiger-Kommunikation

    `

    Timeline Gläubiger-Kommunikation:

    Vor Antrag: Key-Gläubiger informieren (vertrauensbildend)

    Tag 0: Offizielle Information (Brief + Telefon)

    Woche 1: Einzelgespräche mit Großgläubigern

    Woche 2-4: Laufende Updates

    Monat 2-3: Verhandlungen Insolvenzplan

    `

    Faktor 4: Tragfähiges Sanierungskonzept

    Ein gutes Sanierungskonzept beantwortet:

    • Warum ist die Krise entstanden?
    • Wie wird sie dauerhaft beseitigt?
    • Welche Maßnahmen sind geplant?
    • Wie profitieren die Gläubiger?
    • Wie sieht die Finanzierung aus?

    Faktor 5: Liquiditätssicherung

    Während der Eigenverwaltung muss die Liquidität gesichert sein:

    | Finanzierungsquelle | Beschreibung |

    |---------------------|--------------|

    | Massekredit | Neue Bankfinanzierung (Massevorrang) |

    | Lieferantenkredit | Fortgesetzte Lieferung auf Rechnung |

    | Factoring | Verkauf von Forderungen |

    | Sale-Lease-Back | Verkauf und Rückmiete von Anlagen |

    | Insolvenzgeld | Für Lohnkosten (3 Monate) |

    ---

    Risiken und Fallstricke

    Risiko 1: Gläubigerwiderstand

    Problem: Gläubiger beantragen Fremdverwaltung. Vermeidung:
    • Frühzeitige, transparente Kommunikation
    • Gläubigerausschuss einbinden
    • Vorteile der Eigenverwaltung aufzeigen

    Risiko 2: Aufhebung der Eigenverwaltung

    Mögliche Gründe:
    • Pflichtverletzungen der Geschäftsführung
    • Verschlechterung der Lage
    • Gläubigerbeschluss (Gläubigerversammlung)
    • Nachteile für Gläubiger erkennbar
    Folge: Wechsel zur Regelinsolvenz mit Insolvenzverwalter

    Risiko 3: Persönliche Haftung

    Haftungsfallen:
    • Zahlungen ohne Zustimmung des Sachwalters
    • Begünstigung einzelner Gläubiger
    • Unrichtige Angaben im Antrag
    • Fortführung trotz Masseunzulänglichkeit
    Schutz: Enge Abstimmung mit Sachwalter, Dokumentation aller Entscheidungen

    ---

    Insolvenzplan in der Eigenverwaltung

    Ziel: Sanierung durch Insolvenzplan

    Der Insolvenzplan ist das typische Ziel der Eigenverwaltung:

    `

    Insolvenzplan-Struktur:

    Darstellender Teil:

    ├── Beschreibung der Krise

    ├── Analyse der Ursachen

    ├── Darstellung der Maßnahmen

    └── Vergleichsrechnung

    Gestaltender Teil:

    ├── Gruppenbildung

    ├── Regelungen je Gruppe

    ├── Quoten und Zahlungsmodalitäten

    └── Gesellschaftermaßnahmen

    ``

    Beispiel Insolvenzplan

    | Gläubigergruppe | Forderung | Quote | Zahlungsweise |

    |-----------------|-----------|-------|---------------|

    | Gr. 1: Arbeitsrechtliche | EUR 150'000 | 100% | sofort |

    | Gr. 2: Absonderungsberechtigte | EUR 500'000 | 100% | gem. Sicherheit |

    | Gr. 3: Öffentliche Hand | EUR 200'000 | 25% | 24 Monate |

    | Gr. 4: Sonstige Gläubiger | EUR 800'000 | 15% | 36 Monate |

    | Gr. 5: Nachrangige | EUR 100'000 | 0% | Verzicht |

    Vergleich zur Regelinsolvenz:
    • Regelinsolvenz-Quote für Gr. 4: 3-5%
    • Insolvenzplan-Quote für Gr. 4: 15%
    • Vorteil für Gläubiger: 10-12 Prozentpunkte

    ---

    Checkliste: Vorbereitung Eigenverwaltung

    4-8 Wochen vor Antrag

    • [ ] Sanierungsberater auswählen
    • [ ] Rechtsanwalt (Insolvenzrecht) mandatieren
    • [ ] Krisenanalyse durchführen
    • [ ] Erste Liquiditätsplanung erstellen
    • [ ] Gläubigerstruktur analysieren
    • [ ] Key-Gläubiger identifizieren

    2-4 Wochen vor Antrag

    • [ ] Sanierungskonzept entwickeln
    • [ ] Insolvenzplan-Entwurf skizzieren
    • [ ] Eigenverwaltungsplanung erstellen
    • [ ] Bescheinigung einholen (bei Schutzschirm)
    • [ ] Sachwalter vorschlagen
    • [ ] Antrag vorbereiten

    1 Woche vor Antrag

    • [ ] Key-Gläubiger vertraulich informieren
    • [ ] Mitarbeiter-Kommunikation planen
    • [ ] Bank informieren
    • [ ] Lieferanten-Kommunikation vorbereiten
    • [ ] Alle Unterlagen prüfen

    Antragstag

    • [ ] Antrag bei Gericht einreichen
    • [ ] Gläubiger offiziell informieren
    • [ ] Mitarbeiter informieren
    • [ ] Website-Kommunikation (optional)
    • [ ] Telefon-Hotline einrichten

    ---

    FAQ: Eigenverwaltung

    Wann ist Eigenverwaltung besser als Regelinsolvenz?

    Eigenverwaltung ist vorteilhaft, wenn: (1) Das Management kompetent und vertrauenswürdig ist, (2) Ein Sanierungskonzept existiert, (3) Gläubiger eher kooperativ sind, (4) Geschäftsbeziehungen erhalten bleiben sollen, (5) Know-how der Geschäftsführung wichtig ist. Bei Vermögensverschleuderung, Vertrauensverlust oder reiner Liquidation ist Regelinsolvenz oft sinnvoller.

    Kann die Eigenverwaltung abgelehnt werden?

    Ja, das Gericht kann die Eigenverwaltung ablehnen, wenn Nachteile für die Gläubiger zu erwarten sind. Gründe können sein: frühere Pflichtverletzungen der Geschäftsführung, fehlende Sanierungsperspektive, mangelhafte Buchhaltung oder Gläubigerwiderstand. Eine gute Vorbereitung und transparente Kommunikation reduzieren das Ablehnungsrisiko erheblich.

    Wie lange dauert eine Eigenverwaltung typischerweise?

    Eine Eigenverwaltung mit Insolvenzplan dauert typischerweise 6-12 Monate: 2-3 Monate Planvorbereitung, 2-3 Monate Verhandlungen, 1-2 Monate Abstimmung und Bestätigung, plus Umsetzungsphase. Bei Schutzschirmverfahren kommt die 3-monatige Vorbereitungsphase hinzu. Komplexe Fälle können auch 12-18 Monate dauern.

    Wer zahlt die Kosten der Eigenverwaltung?

    Die Kosten (Sachwalter, Berater, Gerichtskosten) sind Masseverbindlichkeiten und werden vorrangig aus der Insolvenzmasse bezahlt. Bei Masseunzulänglichkeit können Probleme entstehen. Oft finanziert ein Massekredit oder ein Gesellschaftervorschuss die ersten Wochen. Die Beratungskosten vor Antragstellung trägt typischerweise der Schuldner selbst.

    Was passiert mit den Mitarbeitern in der Eigenverwaltung?

    Anders als in der Regelinsolvenz bleibt der Schuldner (die Gesellschaft) Arbeitgeber. Die insolvenzrechtlichen Erleichterungen (verkürzte Kündigungsfristen, kein Sozialplan bei Betriebsänderung unter bestimmten Voraussetzungen) gelten aber auch hier. Das Insolvenzgeld (bis 3 Monate rückständiger Lohn) wird von der Arbeitsagentur gezahlt und entlastet die Liquidität.

    Kann ich als Geschäftsführer meinen Sachwalter aussuchen?

    Sie können einen Sachwalter vorschlagen, und das Gericht folgt diesem Vorschlag oft – besonders im Schutzschirmverfahren (§ 270d Abs. 2 InsO). Das Gericht prüft aber die Eignung und Unabhängigkeit. Bei Bedenken oder begründetem Gläubigerwiderstand kann das Gericht einen anderen Sachwalter bestellen.

    Was ist der Unterschied zwischen vorläufiger und endgültiger Eigenverwaltung?

    Die vorläufige Eigenverwaltung gilt vom Antrag bis zur Verfahrenseröffnung (typisch 4-8 Wochen). In dieser Phase wird geprüft, ob die Eigenverwaltung funktioniert. Nach Eröffnung beginnt die endgültige Eigenverwaltung. Beide unterscheiden sich rechtlich kaum, aber die endgültige ist "sicherer" – die vorläufige kann noch in Regelinsolvenz umgewandelt werden.

    Kann die Eigenverwaltung nachträglich aufgehoben werden?

    Ja, das Gericht kann die Eigenverwaltung auf Antrag eines Gläubigers oder des Sachwalters aufheben, wenn: (1) der Schuldner das Unternehmen nicht ordnungsgemäß führt, (2) die Eigenverwaltung zu Nachteilen für die Gläubiger führt, oder (3) ein Beschluss der Gläubigerversammlung vorliegt. Nach Aufhebung wird ein Insolvenzverwalter bestellt.

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    Nächste Schritte

    Risiko-Check

    Prüfen Sie Ihre Sanierungsoptionen – Eigenverwaltung, StaRUG oder außergerichtlich.

    StaRUG Alternative

    Lesen Sie, ob StaRUG für Sie die bessere Option ist – ohne Insolvenz.

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    Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für die Vorbereitung einer Eigenverwaltung empfehlen wir die Begleitung durch spezialisierte Sanierungsberater und Rechtsanwälte.

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